Es gilt das gesprochene Wort! 

 

Anrede!

Bei der gGmbH Klinikum Nordfriesland handelt es sich um ein kommunales Krankenhaus, das kurz vor der Insolvenz stand – und wenn es in der Rechtsform als gGmbH erhalten und nicht verkauft, d. h. nicht privatisiert werden soll, muss es zukunftsfähig gemacht werden – und die diesbezüglichen Pläne liegen nun auf dem Tisch und finden Zuspruch im Sozialministerium und bei den Kassen.  

Sie werden uns helfen und Investitionshilfen zur Verfügung stellen.  

Diese stehen aber nur für die 2-Hauslösung auf dem Festland zur Verfügung, nach dem wir unsere Hausaufgaben gemacht haben.  

Sollten die Forderungen der Bürgerinitiative „Zukunft. Grundversorgung Nordfriesland“ umgesetzt werden müssen, werden aus Kiel und von den Kassen keine Gelder fließen. Selbst die Bürgerinitiative zum Erhalt der Niebüller Klinik bewertet Forderungen dieser neuen Bürgerinitiative als populistisch. Für mich ist der Qualitätsgesichtspunkt von höchster Bedeutung.  Und Qualität ist nachweislich auch davon abhängig, wie oft eine Operation durchgeführt wird. D. h. wie erfahren ein Operateur ist.  So hat z. B. eine Beratungsfirma 150.000 Hüft-OPs in ca. 1000 Kliniken untersucht. Die Analyse zeigt, dass im Mittel bei 1,5 % der Fälle Komplikationen auftraten, die eine neue OP erforderte. Im schlechtesten Krankenhaus lag die Quote bei 17,5 %. Also fast 12-mal so hoch.

Wer sich für das falsche Krankenhaus entscheidet, kann das unter Umständen mit seinem Leben bezahlen.  

Bei dem Klinik-Personal unserer gGmbH handelt es sich um motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen für ihren Einsatz zu danken ist. Auch dafür, dass sie weiterhin zu dem Klinikum standen, als sich dieses in schwerer See befand. Und mit ihnen können wir die 2-Haus-Festlandlösung auch gestalten und die Insolvenz abwenden.

Die überwältigende Mehrheit der KT-Abgeordneten, der gewählten nordfriesischen Vertreter, ist jedenfalls davon überzeugt, dass wir so die Gesundheitsversorgung in NF absichern können.

„Als hässliche Fratzen der Politik“, werden wir bezeichnet. So in dem sh:z am 30.01.17 zu lesen. Und wer dies sagt, bezeichnet sich selbst als Querdenker. Wer sich einmal dem Thema Querdenker – nicht Querulant - nähern möchte, dem empfehle ich das Buch von Martin Hecht: „Unbequem ist stets genehm – Die Konjunktur der Querdenker“ den ich wie folgt inhaltlich zitiere: 

„Wo sitzen also die Querdenker?  

Um es einmal nicht sehr schmeichelhaft zu sagen: Es sind Leute mit einer soliden Halbbildung.  

Sie haben die mittlere Reife und eine qualifizierte Berufsausbildung auf einer mittleren Ebene.  

Oder sie sind Menschen, die ihre akademische Laufbahn vorzeitig abgebrochen haben oder aus ihrem Elite-Job ausgestiegen sind  – z. B., weil ihnen der Leistungsdruck, die Gesundheit oder die lieben Kollegen Probleme bereiteten. 

Da sitzen sie nun vor ihrem Computer, fühlen sich zu großen Dingen befähigt und fangen an zu denken, zu schreiben, zu politisieren, zu missionieren“, soweit Martin Hecht. 

 

„Es ist schwer zu erklären, dass Banken mit Milliarden gerettet werden, aber für das Klinikum ein paar 100-Tausend Euro fehlen.“ So wird Herr Frommer von den LINKEN in den sh:z zitiert.  

Ja, hat er denn nicht aufgepasst, war er vielleicht gar nicht da, z. B in der Gesellschafterversammlung des Klinikums, als immer wieder die finanzielle Situation besprochen wurde? Wer lediglich von ein paar fehlenden 100-Tausend Euro spricht, sagt einfach nicht die Wahrheit. Entweder absichtlich oder er hat die Zusammenhänge nicht verstanden.

Und damit sind wir bei der Finanzierung der populistischen Forderungen der Betreiber des Bürgerbegehrens.  Es soll die Kreisumlage erhöht werden. Warum aber keine ehrliche Antwort?  Die müsste nämlich lauten, dass die nordfriesischen Bürgerinnen und Bürger dies bezahlen müssen, denn der Kreis müsste sich das Geld von den Gemeinden holen, die sich wiederum bei ihren Bürgerinnen und Bürgern bedienen.  

Für die Gemeinde Bordelum hieße dies, dass die Grundsteuer von jetzt 320% auf 843% erhöht werden müsste. Von jetzt z. B. 470 € auf dann ca. 1240 €.  Und das für jeden Eigentümer und auch Mieter, denn diese Steuer wird ggf. auch auf den Mieter umgelegt.

Dass die „freien sozialen Demokraten“ von massiven Versäumnissen sprechen, obwohl sie bis auf den AR des Klinikums in allen Gremien vertreten sind und sich einbringen konnten, wundert mich nicht!

In diesem Zusammenhang denke ich an das Matthäus Evangelium 7 Vers 15:  "Nehmt euch in Acht vor denen, die falsche Lehren verbreiten! Sie tarnen sich als sanfte Schafe, aber in Wirklichkeit sind sie reißende Wölfe.“ Die Begriffe „frei, sozial, Demokraten“ verbinde ich mit dem sanften Schaf.  Aber was in dem Schaf steckt, hat die Linke selbst erklärt. Sie bezeichnet sich als Rechtsnachfolgerin der Partei von Honecker und Ulbricht.  

Und da denke ich dann an die Linken, die den Wolf darstellen!  Honecker ist im Übrigen für den Zusammenbruch und den Staatsbankrott der DDR verantwortlich.  

Ich komme zum Schluss: Durch das vorgelegte Zukunftskonzept, das beim Sozialministerium Anerkennung findet und von den Kassen unterstützt wird, sind wir in NF gut aufgestellt.

Es ist verantwortungsvoll und finanzierbar – und lässt auch den kommenden Generationen einen Gestaltungsspielraum. Sie müssen schon genug Schulden der Altvorderen abtragen.

Auch ich bitte um Zustimmung zum vorliegenden Antrag!  

 

Siegfried Puschmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender